Wenn Thilo Sarrazin, Bundesbank-Vorstand, den Mund aufmacht dann eignet sich mindestens ein Satz für die Titelschlagzeile der Bild. Auch sein neues Buch (Welches jeder zu kennen scheint, aber keiner gelesen hat) schlägt wieder hohe Wellen und obwohl Sarrazin wirklich ein schlauer Mensch zu sein scheint, wundert es doch, dass er nicht merkt, wann die Provokationen genug sind. Interessant ist aber, dass die Presse etwas rauspickt aus seinen Sätzen, diese leicht entfremdet, dann die Politiker drauf eindreschen und dann zur überraschung, Sarrazin nicht sagt, dass er missverstanden wurde, sondern er legt noch eins oben drauf.
So wird Sarrazin gerne sinngemäß zitiert mit “Deutschland wird durch die Migranten dümmer”, so stand es in den großen Tageszeitungen. Allem anschein nach ist das wort “Dumm” bzw “Dümmer” aber den Zeitungen entsprungen, denn Sarrazin scheint lediglich von Bildung zu sprechen. Dass Menschen mit Migrationshintergrund durchschnittliche eine schlechtere Bildung besitzen als Menschen ohne Migrationshintergrund, ist ja allgemein bekannt und nichts neues. Die Zeitungen probierten aber wirklich so zu tun, als würde Sarrazin meinen, dass Ausländer weniger intelligent seien und gar keine höhere Bildung erreichen könnten.
Nachdem die Politik auf ihn eingedroschen hat (Und zwar wirklich alle… Selbst die, die normalerweise nicht so schnell beim Happy-Slapping sind wie Guttenberg oder Leutheusser-Schnarrenberger) verteidigte Sarrazin sich aber nicht, sondern legte noch nach. So sagt Sarrazin: “Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden”. Dies führte zu einer riesigen Empörung, wahrscheinlich weils an die Rassentheorie von Hitler erinnert. Aber schauen wir doch mal was er sagt und vor allem was er sagen will?
Er sagt, dass Juden und Basken sich bestimmte Gene teilen, die sie von anderen abgrenzen. Rein wissenschaftlich ist dies ja korrekt, so ist anhand der Geninformationen sogar zu erkennen, wie schwarz ein Mensch von der Hautfarbe ist. Damit ist selbstverständlich auch ein Unterschied in den genetischen Informationen zwischen Juden und Schwarzafrikanern festzustellen. Unterbewusst legt man Sarrazin mit seiner Äußerung in den Mund, dass er meint, dass Juden “schlechtere” Gene besitzen würde…
Wenn man sich aber den Kontext seiner Zitates anschaut, dann wird eigentlich sehr schnell klar was Sarrazin meinte. Er sprach nämlich vorher von “kulturellen Eigenarten”, welche die Integration von Moslems so schwer macht. Sarrazin wollte also sagen, dass die muslimische Kultur so tief in den Menschen verwurzelt ist, dass sie sich schwer in der europäischen Kultur anpassen können. Und diesem Satz würden wohl die meisten zustimmen und man könnte sogar soweit gehen, dass Sarrazin damit sogar die Immigranten von Schuld freispricht, da sie sich nicht nicht integrieren wollen, sondern gar nicht können.
Meiner Meinung nach ist das Problem in Deutschland nicht, dass es Leute wie Sarrazin gibt die wirklich provozierend und vielleicht sogar verletzend einige Tatsachen aufdecken (zum Beispiel, dass sowohl wir als auch die Migranten bei der Integration gescheitert sind) und dabei oft auch übers Ziel hinausschießen, sondern dass es sofort Menschen gibt, die hinter jeder Ecke Rassismus sehen… Natürlich liegt ein Hauptproblem der schlechten Integration in der Kultur der Muslime… Wenn ein Iman aus der Türkei oder sonst wo nach Deutschland kommt und jungen Türken in Deutschland predigt, dass die Frau ihrem Mann gehorchen muss und nicht wie ne Nutte rumlaufen darf (Was ja in seinem Land und seiner Kultur wirklich so ist), dann fliegt er nach wenigen Wochen wieder zurück in seine Kultur und alles ist gut… Die Türken die aber in Deutschland wohnen, sind in einer Kultur wo es gang und gebe ist, dass Frauen eine eigene Meinung haben und sich kleiden dürfen wie sie wollen. Die kommen damit doch gar nicht klar… Ein Moslem der sich in Deutschland integrieren möchte, der muss als erstes akzeptieren, dass Mann und Frau in Deutschland (nahezu) gleichgestellt sind und damit gibt er automatisch ein Stück seiner eigenen Kultur auf.
Leider vergisst Sarrazin bisher immer auch Lösungen aufzuzeigen und er konzentriert sich einfach nur darauf was alles schief lief, das wird im aktuellen Buch sicher nicht anders sein. Trotzdem ist es befremdlich zu sehen, dass jemand gleich in die rassistsche Ecke gesteckt wird, nur weil er unbequeme Wahrheiten beim Namen nennt, vermutlich ist es Sarrazin aber auch einfach nur egal.
So morgen 9:00 Mathe! Yeah! Geht los. Daumen drücken.