Crusader Kings II – Review-Story-Let’s Play-Dings Teil 1?

Crusader Kings II ist ein Strategiespiel mit RPG-Elementen und am 14. Februar erschienen. Da klassische Reviews ja immer zur Genüge vorhanden sind, wollte ich einfach mal über eine meiner Sessions mit dem Spiel berichten, um das Spiel ein wenig vorzustellen.

Im Prinzip ist CK II eine Simulation des mittelalterlichen Feudalsystems. Man kontrolliert die Ländereien eines christlichen Herrschers und nach dessen Tod seinen Erben. Über einen Zeitraum von 1066-1453 baut man sich also so eine europäische Dynastie auf. Wo das geklärt ist kanns ja losgehen.

Und das hier ist die Karte von Mitteleuropa am 15.September 1066:

 

Wir werden einen Charakter im Heiligen Römischen Reich, dem großen grauen Blob, spielen. Und zwar einen im Osten des Landes. Um genau zu sein, den Herzog von Böhmen.

 

Der kackbraune Teil der Karte stellt das Herrschaftsgebiet unseres Herzogs Vratislav des II. von Böhmen dar. Im Fenster oben links seht ihr das sympathische Gesicht unseres Protagonisten, sowie seine Charakterwerte und Familie. Vratislav hat eine sehr ordentliche Ausbildung als Krieger erhalten, ist gerecht und fleißig, aber gleichzeitig schüchtern und leicht zu reizen. Der Herzog ist mit einer polnischen Prinzessin verheiratet und hat stolze 6 Kinder, sowie 4 Brüder, wovon sein älterer Bruder, der ehemalige Herzog von Böhmen, bereits tot ist. Seine drei jüngeren Brüder sind seine potentiellen Erben, da im Herzogtum von Böhmen nicht der älteste Sohn des Herrschers erbt, sondern das älteste männliche Mitglied der Dynastie.

Zwei seiner jüngeren Brüder (der älteste, Konrad und der jüngste, Ota) sind seine Vasallen und halten 3 der 9 Grafschaften in Böhmen. Die anderen 6 administriert der Herzog persönlich. Das ist zumindest mal ein guter Start, weil viel Land bedeutet, wie überall viel Gold und Gold ist immer gut. Mit unserem Startgold senden wir einen Gesandten nach Rom zum Papst, denn Vratislav will nicht nur Herzog, sondern König von Böhmen werden. Er besitzt dafür alle nötigen Gebiete, aber er benötigt dafür neben viel Geld auch noch einen hohen Frömmigkeitswert. (Da der Papst ein Mitspracherecht bei Krönungen hat, da alle Könige ihr Recht zu herrschen von Gott herleiten). Nachdem wir unsere Berater durchs Land geschickt haben, wo sie verschiedene Aufgaben erfüllen sollen, entpausieren wir das Spiel (Crusader Kings II benutzt eine Mischung aus Echtzeit- und Rundenstrategie inklusive Pausefunktion).

 

Der Papst hat uns nach zwei Monaten geantwortet und uns unsere Sünden erlassen … für eine “bescheidene” Spende an die Kirche. Gut zu wissen, dass die moralische Autorität der katholischen Kirche auch im Mittelalter hell am Himmel strahlt.

Währenddessen hat mein Lehnsherr, der Kaiser, einen heiligen Krieg gegen die Heiden in Mecklenburg ausgerufen (ich spare mir hier jeglichen Mecklenburg-Vorpommern-Witz) und dafür einige meiner Truppen, sowie meine beiden Vasallen-Brüder als Heerführer mitgenommen. Nun sollen die mal machen.

 

Offensichtlich haben meine beiden dämlichen Brüder beschlossen sich gegen mich zu verschwören, während sie fröhlich in Mecklenburg die Heiden bekämpften. Sie fordern, dass der ältere der beiden Herzog von Böhmen an der Stelle Vratislavs des II. wird. Dabei ist der Ältere doch bereits mein Erbe … immer diese Ungeduld. Naja ich richte ihnen freundlichst aus, dass ich ihren Arsch aufreißen werde.

Der aufmerksame Leser erinnert sich sicherlich, dass der Herzog 6 Grafschaften hatte und die beiden Brüder zusammen nur 3. Entsprechend verläuft auch der Bürgerkrieg:

 

In der Schlacht von Königgrätz werden die beiden rebellischen Brüder besiegt und daraufhin ihre Burgen belagert. Nach kurzer Zeit kapitulieren sie. Mein (ehemaliger) Erbe wird ins Gefängnis geworfen und seinem Bruder blüht das gleiche Schicksal, sobald er aus Mecklenburg zurück ist. Der Kaiser ist da scheinbar mit seinem heiligen Krieg immernoch nicht fertig. Ich entziehe meinem Bruder, der im Gefängnis ist auf jeden Fall schonmal seinen Titel und gebe ihn stattdessen an meinen mittleren Bruder Jaromir, der bisher keine Grafschaft und keinen Titel hielt.

Am 20. September 1068 wird Vratislav dann von einer Krankheit befallen und muss sich erstmal für 3 Monate erholen bis er wieder gesund wird. Währenddessen wird das Dorf vor seinem Schloss ausgebaut und Ota, der verschwörerische Bruder, der immer noch in Mecklenburg ist, fragt freundlich an, ob man seinen Mitverschwörer nicht aus dem Gefängnis lassen könnte. Dreister Kerl, den krieg ich auch noch.

 

Nachdem Vratislav sich auskuriert hat schaut er sich mal den Stammbaum seiner Familie an:

 

Im Juni ist Graf Ota wieder aus Mecklenburg zurück und wird direkt in meinen Kerker geworfen. Und sein Titel wird ihm auch entzogen. Sein Titel Graf von Olmütz vergebe ich an meinen ältesten Sohn, den 11-jährigen Bretislav.

 

So das wars erstmal von den Abenteuern des Herzogs Vratislav. Eigentlich hatte ich ein bisschen weiter gespielt, aber das Geschreibe und Screenshot bearbeiten dauert länger, als ich dachte.

Besteht soweit überhaupt Interesse an solchen Nischentiteln? Und was haltet ihr vom Format an sich? Kommentare!

8 Gedanken zu „Crusader Kings II – Review-Story-Let’s Play-Dings Teil 1?“

  1. War wirklich nett zu lesen, also Interesse besteht auf jeden Fall. Mutig vom Entwickler, zu unserer Zeit (quasi) textbasierte Spiele zu releasen – sieht aber trotzdem nach ner Menge spaß aus.

    Antworten
  2. Nett zu lesen…, also quasi vergleichbar mit Mount&Blade? Bei der Serie hat mir die Strategische Tiefe gefehlt, welche es hier ja hier wohl vorhanden ist. Wie laufen die Gefechte ab?

    Antworten
  3. Auf jeden Fall Interesse – vor Allem an independent Games.

    @Martin: Ich suchte grade wieder Mount&Blade: Warband 🙂
    Mit dem “Prophesy of Pendor” Mod kommt einiges an strategischer Tiefe hinzu.
    Ist auch sehr fordernd – solltest du mal ausprobieren.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar