Der Shitstorm und der Generalbundesanwalt

Nicht nur die Presse haut auf Generalbundesanwalt Harald Range ein, sondern auch ein großer Teil der Politik. Während die Opposition regelmäßig den Rücktritt fordert, distanziert sich sogar Justizminister Heiko Maas und Kanzlerin Merkel von Range. Aber warum überhaupt?

I.
Die Vorgeschichte

Vorgeschichte: Netzpolitik hat Dokumente vom Verfassungsschutz, die als Verschlusssache deklariert waren, veröffentlicht. Unter anderem wurden dadurch Pläne bezüglich der inländischen Überwachung des Geheimdienstes bekannt.

Daraufhin erstattete der Verfassungsschutz Anzeige gegen Unbekannt. Der Generalbundesanwalt, der unter anderem für Landesverrat zuständig ist, nahm Ermittlungen auf. Diese Ermittlungen richteten sich nicht nur gegen die Personen, die die Dokumente an Netzpolitik weitergegeben haben, sondern auch gegen die Blogger selbst.

Die Presse erkannte darin einen Angriff auf ihre Pressefreiheit und griff das Thema daher breit auf. Der allgemeine Wutbürger im Internet stieß sofort ins gleiche Horn. Mittlerweile hat sich sogar die Politik vor den Karren spannen lassen. Ein genauer Blick zeigt jedoch, der Skandal entstand erst nach der Skandalisierung.

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Schildkröte mit Hut #50 + Winter of Ara und Yrgav

Eigentlich ist ja jede Schildkröte mit Hut ein Jubiläum, aber diesmal haben wir uns etwas ganz besonderes einfallen lassen. Wir kündigen den Winter of Ara und Yrgav an und das beste dabei: Ihr dürft uns dafür sogar Geld geben! Ist das nicht großartig?

Ansonsten bleibt aber alles beim Alten: Mal wieder waren wir zu doof die Soundeinstellung richtig zu machen, so dass Skype (NSA) automatisch die Lautstärke von Ara eingestellt hat, um wichtige Argumente zu unterdrücken. Aber ihr seid ja Leid gewohnt.

– Ankündigung von Winter of Ara und Yrgav
– Verliebte Paare und anderer Scheiß
– „Glück“ hier geboren zu sein
– Verräter

Die aktuelle Folge gibt es unter „Weiterlesen“

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LeFloid und die Merkel

Wirklich gutes Interview. Mein Highlight ist die Antwort auf die Frage was Merkel von Whistleblower hält: „Für mich persönlich kann ich mir das jetzt nicht vorstellen!“

Ansonsten muss ich ja sagen, ich hab ja keine Ahnung von YouTube-Stars und son Schnickschnack und bin dafür auch 20 Jahre zu alt, aber ich glaube LeFloid ist tatsächlich einer der wenigen fähigen Leute von den YouTube-Sternchen!

Zu den Attentaten in Frankreich

In den heutigen Tagen nimmt jeder zu den Ereignissen in Frankreich Stellung. Dabei einige mit schlauen und viele mit etwas weniger schlauen Gedanken. Das erste Problem, was auch schon im Podcast angesprochen wurde, es wird häufig auf einen Glaubenskrieg heruntergebrochen. Moslems gegen Nichtmuslime. Diese Prämisse ist schon falsch. Auf beiden Seiten gab es nämlich Muslime. Auch einer der getöteten Polizisten war ein Moslem. Selten hat hier ein Zitat (egal ob es nun von Voltaire oder von Hall stammt) so gut gepasst: „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“ Immerhin gab der muslimische Polizist sein Leben für Leute die Satire auf Kosten seiner Religion machten.

Was bei der ganzen Diskussion aber meines Erachtens auch viel zu kurz kommt, sind zwei Sachen. Die Erste: Es wird gar nicht gefragt, warum es zu diesem Anschlag kam. Es wird behauptet, dass die Ursache ein „Hass“ über die Karikaturen war. Das kann aber doch nicht die ernsthafte Begründung sein? Tatsächlich ist das Problem doch mangelnde Chancengleichheit in der Gesellschaft. Warum gibt es sogenannte „Verlierer“ der Gesellschaft, die sich dann radikalisieren? Die beste Prävention um solche Anschläge zu verhindern, ist doch das Verhindern von „Verlierern“. Primär geht es hier doch um frühkindliche Förderung und Bildungspolitik. Und das wichtigste: Es muss doch immer wieder die Chance geben, dass jemand vom Rande der Gesellschaft die Chance hat zurückzukehren.

Vor einigen Wochen geisterte ein Bild durch die Bloggerszene. Darauf stand sinngemäß „Wenn Ausländer mit schlechten Sprachkenntnissen, ohne Bildung und ohne Kontakte deinen Job wegnehmen, solltest du dir Gedanken machen“. Mir geht es gar nicht um die inhaltliche falsche Aussage (nicht alle Ausländer können kein Deutsch und sind ungebildet… Man mag es nicht glauben, aber auch im Ausland gibt es Schulen und Universitäten), sondern primär um die Einstellung die Leute die solche Aussagen verbreiten.

Im Endeffekt heißt es doch, dass wenn jemand schlecht qualifiziert ist, dann hat er es verdient arbeitslos zu sein. „Hättest du in der Schule aufgepasst, dann wärste jetzt kein dummer Nazi und man würde dir die Jobs nicht wegnehmen“. Was ist das aber denn für eine arrogante und asoziale Einstellung? Jeder der es selbst erlebt hat wird mir beipflichten: Es ist eine Qual in Deutschland Bildungsabschlüsse und Qualifikationen nachzuholen. Jeder der links oder rechts vom Muster-Bildungs-Weg in Deutschland abkommt, muss sich doppelt und dreifach anstrengen um wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Gleichzeitig wird es dadurch verschärft, dass es nicht darauf ankommt welche Fähigkeiten man besitzt, sondern welche Fähigkeiten man per Zeugnis nachweisen kann. Jedes Jahr aufs neue beweist Deutschland, dass es beim Thema Chancengleichheit in Europa abgeschlagen ist.

Daher ist es falsch und töricht mit blinden Hass und Wut auf die Attentate zu reagieren. Es mag vielleicht einfacher sein die Attentäter zu enthumanisieren, trotzdem sollte man hier die Chance nutzen, um zu schauen, ob man sich diese Personen nicht selbst gezüchtet hat. Die Frage sollte nicht nur lauten: Wie können wir uns vor solchen Fanatikern schützen, sondern auch: Wie können wir überhaupt verhindern, dass solche Fanatiker entstehen?

Die zweite Sache: Es wird den Bürgern wieder falsche Sicherheit versprochen. Bestes Beispiel sind die erneute Rufe nach der Vorratsdatenspeicherung von Union und teilweise auch von SPDlern. Dazu muss man wissen: Frankreich hat die Vorratsdatenspeicherung. Auch muss man wissen: Die Attentäter standen auf Listen von Personen die als bedenklich eingestuft wurden. Statt die Überwachungskräfte auf unschuldige Bürger zu richten, hätte man die Kapazitäten lieber nutzen sollen, um mit klassischen polizeilichen Methoden die Sicherheit zu gewähren. Absolute Sicherheit gibt es nie, wer diese verspricht der lügt. Es gibt höchstens eine höchstmögliche Sicherheit. Diese kostet uns aber die Freiheit.

Daher ist Sicherheit und Freiheit immer ein Abwägungsprozess. Wo im Zweifel der Schwerpunkt liegt, das ist vermutlich eine ganz individuelle und politische Entscheidung. Während der Konservative der Sicherheit den Vorrang gewährt, würde ein Liberaler immer in dubio pro libertate sagen und der Freiheit den Vorzug geben. In den meisten Fällen kann mit konventioneller Polizeiarbeit aber eine ähnliche Qualität der Sicherheit geschaffen werden.

Dazu muss man der Bevölkerung aber auch offen sagen: Freiheit gibt es nicht umsonst. Für Freiheit muss man kämpfen. Und wo gekämpft wird, da gibt es auch Opfer. Dieser Fakt ist auch keine Relativierung der Opfer. Im Gegenteil: Es erhöht die Opfer. Die Menschen die in Frankreich ihr Leben gelassen haben, haben es getan um unsere aller Freiheit zu schützen. Daran sollte man immer denken.

Darum muss man Hermes lieben – Oder: Versteckte Kamera?

Heute etwas in Textform, weil die Geschichte so gut ist.

Am Samstag fand ich eine Benachrichtigungskarte von Hermes im Briefkasten. Ein Paket wurde beim Hermesshop gegenüber (ein Kiosk) abgegeben.

Heute (Dienstag) ging ich dann hin mit meinem Abholschein und es entwickelte sich folgender Dialog:

Sie: „Wie sieht das Paket denn aus?“

Ich: „Ähm weiß ich nicht? Ich bin Empfänger?“

*Sie verschwindet unterm Thresen*

Sie: „Wer ist denn Absendern“

*räumt den halben Laden um*

Ich: „Puh ich glaube xyz. Liegt hier seit Samstag“

Sie: „Wie groß isses denn?“

*Ich zeig so mit den Händen ca 30cm länge. Erwähne aber erneut, dass ich Empfänger bin und nicht Absender*

*Sie holt einen 5cm kleinen Luftpolsterumschlag hoch und vergleicht die Namen. Packt ihn wieder weg*

Nach gefühlten 5 Minuten holt sie es triumphierend hoch mit den Worten „Das liegt hier aber schon ganz schön lange“

Ich nicke zufrieden und sage „Wie gesagt… seit Samstag“…

Sie: „Moment“ und kramt in ihrer Handtasche

Sie: „Ist mein erster Tag hier, ich muss erstmal lesen wie das geht“

Sie holt nen handgeschriebenen Schmierzettel hervor und murmelt *Kunde will Paket abholen* *Perso vorzeigen lassen*

Sie: „Den Perso bitte“

Ich gebe ihr den Perso

Sie murmelt *mhmhmhm* und holt Handscannteil

*scant Barcode* *Errorpiepen* Sie: „hum unbekannt“

Sie vergleicht ihren Schmierzettel mit der Menüführung auf dem Gerät.

*scant Barcode erneut* *Errorpiepen* sie zeigt mir das Gerät „können sie das Lesen?`“ „Steht „Unbekannt“ oder?“

*Ich nicke*

*sie scannt anderen Barcode auf dem Paket *Errorpiepen*

Sie streckt mir den Zettel hin: „Sehen Sie. Ich mach es genau richtig!“

*Ich nicke zustimmend*

Sie streckt das Gerät mir hin: „Hier lesen Sie! Ist nicht mein Fehler!“

*Ich nicke*

Sie: „Am besten kommen sie um 13 Uhr nomma wieder, dann ist mein Chef da“

Ich gehe zur Tür und sie ruft mir hinterher: „Sie haben gesehen, dass es nicht mein Fehler war oder?“

Ich rausche kopfschüttelnd ab und hoffe, dass es keine versteckte Kamera war…

Um 13 Uhr tauche ich wieder auf und der Chef ist da…

Ich reiche mein Abholschein rüber. Er gibt mir das Paket. Ich strecke Perso hin.

Er: „Das wars. Brauchen keinen Perso wenn sie nen Abholschein haben“…

Kein Perso. Kein Scannen. Keine Unterschrift.

Eine verrückte Welt…

Empirie vs. SPON-Kommentare

Eigentlich wollte ich ja mal einen Artikel schreiben, wo ich einfach die dümmsten Kommentare des Netzes zusammenfasse. SPON hat mir diese Arbeit erlassen und Kommentar zu einem Artikel über Kriminalität von jungen Migranten geschrieben (hier).

Für jemand der sich mit dem Thema etwas beschäftigt hat, ist das Ergebnis wenig überraschend: Ausländer (bzw. Migranten) sind grundsätzlich nicht krimineller als Deutsche.Lediglich bei Gewaltdelikten liegen die türkischen Migranten leicht über der Norm.

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum dieses Ergebnis in der allgemeinen Bevölkerung skeptisch aufgenommen wird. Ist der größte Teil der Jugendliche die Verurteilt werden denn nicht tatsächlich mit Migrationshintergrund? Sitzen im Gefängnis nicht deutlich mehr Ausländer? Und das obwohl sie nur einen Bruchteil der Bevölkerung ausmachen? Das ist alles richtig und trotzdem hat es  eigentlich nichts mit dem Thema zu tun.

Das erste Problem entsteht durch die Unterscheidung Hellfeld und Dunkelfeld. Die Statistiken können nur die Straftaten beinhalten, die tatsächlich den Behörden zur Kenntnis gelangt sind (Hellfeld). Bereits das Opfer ist hier ein „Gatekeeper“, denn das Opfer entscheidet meist mit seiner Anzeige, ob dem Staat die Straftat bekannt wird. Und hier ist es wissenschaftlich abgesichert, dass die Anzeigebereitschaft tatsächlich bei Tätern mit Migrationshintergrund höher ist. Das Anzeigebereitschaft beeinflusst übrigens eh sehr stark die Statistik. Dies sieht man vor allem bei Gewaltdelikten: In den letzten 20-30 Jahren ist die Sensibilisierung für Körperverletzung massiv gestiegen. Es kommt viel häufiger zu Anzeigen und daher steigt auch die Anzahl der Körperverletzungen in den Statistiken. Die Dunkelfeldforschung (man befragt Personen anonym ob sie Straftaten begangen haben und/oder ob sie Opfer von Straftaten wurden. Auch hier gibt es aber Probleme: Einmal kann es vor allem bei sensiblen Straftaten [Sexualdelikte] dazu kommen, dass sie diese auch anonym verschweigen. Zusätzlich gibt es aber auch Straftaten von dem ein Opfer nie erfährt [der perfekte Betrug].) zeigt dagegen aber, dass keine Steigerung vorliegt. Jugendkriminalität ist übrigens auch in der Statistik seit 2007 am deutlichen sinken.

Das zweite Problem ist, dass die Bevölkerungsgruppe „Deutsche“ und „Personen mit Migrationshintergrund“ nicht einfach zu vergleichen ist. Migranten sind zumeist jung und männlich… Kriminalität wird vor allem von jungen Männern begangen (Der Peak liegt zwischen 18 und 21 Jahren). Ich kann also nicht einfach 100.000 Migranten mit 100.000 Deutschen vergleichen, denn in der letzten Gruppe sind mehr Frauen und mehr ältere Personen drin. Das gleiche zählt auch für den sozialen Status. Kriminalität (vor allem die Eigentums- und Vermögensdelikte die 3/4 ausmachen) werden häufiger von Sozialschwachen begangen, besonders so Bagatellen wie Ladendiebstahl.

Das dritte Problem liegt in der Eigenart der Ausländer. Ausländer können viel mehr Straftaten begehen als Deutsche. Ein Deutscher kann zum Beispiel gar nicht gegen Asylgesetze verstoßen. Was aber noch gravierender die Statistik verfälscht ist folgender Punkt: Es wird eine Tatverdächtigenbelastungszahl gebildet. Das bedeutet: Wie viele Tatverdächtige gab es pro 100.000 Personen der gleiche Gruppe. So fragt man zum Beispiel: Wie viele Tatverdächtige Frauen gab es pro 100.000 Frauen. Bei Ausländern wurden diese Zahlen auch gebildet. Man gab also an: X ausländische Tatverdächtige pro 100.000 Ausländer. Aber welche 100.000 Ausländer hat man genommen? Die registriert sind beim Einwohnermeldeamt! Man muss kein Einstein sein um zu merken, dass die Zahl der registrierten Ausländer natürlich deutlich geringer ist, als die tatsächliche Zahl. Dabei geht es primär gar nicht nur um illegale Einwanderer. Bereits Touristen verfälschen diese Zahlen. Ein Tourist der sich auf dem Oktoberfest prügelt zählt als Tatverdächtiger, aber die ganzen Touristen zählen nicht in die 100.000 Ausländer. Aus diesem Grund wird diese Zahl seit einigen Jahren  für Nichtdeutsche gar nicht mehr gebildet, weil sie völlig verfälscht ist.

Der gleiche Effekt tritt übrigens auch bei Großstädten auf: Hamburg hat rund 1,8 Millionen Einwohner. Kommt nun jemand aus Niedersachsen (der in HH zum Beispiel arbeitet) und begeht hier eine Straftat, dann zählt er als Tatverdächtiger und die Tatverdächtigenbelastungszahl wird so gebildet, dass er als Tatverdächtiger zählt, aber bei den pro 100.000 Einwohner nur die Hamburger zählen. Ganz schlimm ist dies bei Frankfurt am Main (führt die Kriminalitätsstatistik regelmäßig an): Hier ist ein riesiger Flughafen. Jegliche Straftat die von Reisenden in Frankfurt am Main begangen wird, fließt in die Statistik rein, aber Frankfurt selbst hat gar nicht so viele Einwohner.

So und aus diesem Grund sind die Kriminalitätsstatistiken relativ unbrauchbar, wenn es um die Frage geht, welche Bevölkerungsgruppe besonders kriminell ist. Die Statistik kann lediglich die Belastung der Ermittler aufzeigen. Dafür ist sie primär auch gemacht. Steigen die Straftaten in der polizeilichen Kriminalstatistik, so heißt dies nicht, dass tatsächlich mehr Straftaten begangen wurden, es zeigt lediglich, dass die Polizei mehr zu tun hatte. Die empirische Forschung zeigt ein recht einheitliches Bild: Rechnet man die ganzen Faktoren raus und berücksichtigt man Deutsche und Migranten mit den gleichen Voraussetzungen (gleiches Alter, gleiches Geschlecht, gleiche Bildung, gleicher sozialer Status usw) unterscheiden sich die Gruppen nicht. Das heißt: Der Migrationshintergrund ist nicht der Faktor der jemanden zu einem Kriminellen macht. Dies sind andere Fakten, die bei Migranten gehäuft auftreten und daher Migranten tatsächlich häufiger Straftaten begehen (aber nicht aus ihrer Migranteneigenschaft).

Abschließend noch einige gute SPON-Kommentare:

M. Michaelis heute, 06:52 Uhr
Weshalb sollen Befragungen aussagekräftiger als Kriminalitätsstatistiken sein ? Befragungen sind weitaus Manipulationsanfälliger.

Malshandir heute, 07:17 Uhr
Also die These, dass Auslaender haeufiger angezeigt werden, ist pure Mutmassung und eine Verhoehnung der Opfer. Die Zahlen sagen, dass Auslaender doppelt so haeufig Straftaten begehen und dreimal so haeufig Gewaltdelikte. Das sind die nackten Zahlen. Eine 20% hoehere Straverdaechtigenzahl bei Gewaltdelikten von Personen mit Migrationshintergrund als nicht relevant zu sehen,ist ein Verleugnen der Zahlen und das 2,3fache an Gewalt bei Auslaendern als Begruendung die Umstaende anzufuehren, ist schon krass. Egal ob jemand in Armut aufwaechst oder nicht, es ist kein Grund fuer Gewalt. Jeder soll die Zahlen lesen und sich sein eigenes Urteil bilden.

riemator heute, 07:23 Uhr
richtig ist und bleibt aber, dass migranten oder menschen mit migrationshintergrund überdurchschnittlich oft durch gewaltdelikte auffallen. das belegt die statistik zweifelsfrei. hier tun sich diejenigen mit islamischem hintergrund besonders hervor. siehe auch bericht der griechischen polizistin, die vor diesem hintergrund kürzlich aus ihrem dienstalltag geplaudert hat. dies wegdiskutieren zu wollen ist peinliche & gefährliche sozialromantik.

akmsu74 heute, 07:24 Uhr
Meine Lebenserfahrung in Berlin sieht anders aus – 100%ig konträr, um genauer zu sein. Diese „Studie“ hat nicht zufällig das ZDF gemacht, oder? Vielleicht in Zusammenarbeit mit dem ADAC

rabie heute, 07:24 Uhr
nun das stimmt nich, schaut euch die polizeiliche kriminalstatistik an meinet wegen länderspezifisch ( für jeden einsehbar). übrigens hatten das auch die medien aufgenommen wie zb focus. jeder 4. kriminelle is immigrant und wir haben etwas mehr als 20% immigranten gemessen an der gesamtbevölkerung. wenn es also beispielsweise 10000 straftaten im jahr gibt müssten gemessen an der bevölkerung 2000 straftaten von ausländern und 8000 von deutschen erfolgen nanun rechnen wir mal. jeder 4 kriminelle is migrant….also werden von den 10000 verbrechn im schnitt 2500 von migranten begangen…hoppla das is ja doch mehr als die 2000 ^^ ergo: migranten sind krimineller

ddg28 heute, 12:10 Uhr
Der Spiegel ist zu einem linken Schmierenblatt verkommen, was eigentlich nur Verachtung verdient. Lebe Spiegel-Redakteure, macht die Augen auf außerhalb Eures Wolkenkuckucksheims und verbreitet nicht irgendwelche Unwahrheiten. Im Netz ist bislang noch genügend Material zu finden was das Gegenteil beweist und belegt. Und Ihr relativiert alles schön, dass es ja viel harmloser ist als gedacht??? Wird Zeit, dass Ihr mangels Leserschaft, die hoffentlich ins Bodenlose sinken wird, Euren Laden endlich dicht macht könnt. Warum benennt Ihr Euch nicht gleich um in „bundesfinanzierte Pressestelle der Antifa“? Mehr als Euch meine Verachtung für diese und viele andere prostaatliche Berichte u.a. auch über Gaza, Ukraine etc. auszusprechen, bleibt einem nicht mehr übrig.

Wir fassen zusammen: Die meisten können zwar noch die Zahlen der Statistik lesen, verstehen tun sie diese aber nicht.

Wie man sich selbst der Doppelmoral überführt

Gelegentlich schaffen es Menschen, dass sie sich mit ihren eigenen Argumenten die eigene Meinung zerschießen. Ein aktueller Fall zeigt es schön beispielhaft: Selbstjustiz eines Vater der jemanden auf frischer Tat beim Missbrauch seines Sohnes erwischt (Bild.de)

Geschichte in der Kurzversion: Vater kommt in den USA nach Hause und sieht einen Familienfreund beim Missbrauch seines Sohnes und verprügelt ihn bewusstlos. Anschließend ruft er die Polizei. Die Polizei nimmt den mutmaßlichen Kinderschänder fest und möchte nicht sehen, dass der Vater sich möglicherweise auch strafbar gemacht hat. In Deutschland wäre dies natürlich ein klassisches Fall der Selbstjustiz und wäre nur schwer (eher gar nicht) über das Notwehrrecht (bzw. Notwehrexzess) zu regeln. Von daher hätte der Vater hier mit einer Verurteilung rechnen müssen.

Darum gehts aber gar nicht. Bild.de hat die Kommentare unter den Artikeln deaktiviert, weil man weiß, was so für Sätze in der Regel kommen. Ich Poste hier einfach mal beispielhaft Kommentare aus Foren (Meist Elternforen, da größere Medien sowas löschen) zu ähnlichen Selbstjustizfällen:

Vielleicht hat das fehlende vertrauen in das Rechtssystem diese praxis mit hervorgerufen und stellt ein korrkektiv dar, welches auf diesem weg für die notwendige Abschreckung sorgt. (Gofeminin)

Das sind Menschen, die lassen ihrer Perversität freien lauf. Und Abschreckung hilft vielleicht.

Und meine Meinung gehört sicher nicht ins Mittelalter.  (Rund-ums-Baby)

Vielleicht kommt man selbst nicht direkt auf die Absurdität, wenn Selbstjustiz mit „Abschreckung“ gerechtfertigt wird. Dazu aber vielleicht Posts aus der gleichen Richtung, die es deutlich machen:

wenn jemand meiner kleinen Maus was antuhen würde würde ich auch selbstjustiz ergreifen, solche tüpen werden als krank abgestämpelt und haben dann voll den lenz! ohne mich, ich würd die alle platt machen! wenns um mein baby geht kenn ich da nichts! (Yahoo Answers)

Ich bin selbst Mutter, sollte meinem Sohn mal sowas passieren, würde ich auch nicht warten bis er seine Strafe vom Gericht erhalten hat. (Polar-Chat)

wenn einer meiner Tochter was antäte, würde ich auch Selbstjustiz üben!  (Finanzen.net)

dann möcht ich auch noch gleich anführen , dass es mir voll bewusst wäre, hier eine straftat zu begehen, aber ich könnte im häfen (gefängnis) sicher 5 jahre besser schlafen als einen tag zuhause.

das ist leider, leider, das traurige in unserer gesellschaft, sich auf keine gerechtigkeit mehr verlassen zu können (Finanzen.net)

Auch wenn es natürlich nicht die gleichen Personen waren, kann man doch davon ausgehen, dass sie sich alle gegenseitig zustimmen würden.

Genau hier zeigt sich das Paradoxon: Sie wollen (verbotene) Selbstjustiz üben (bis hin zum Totschlag/Mord), um eine „abschreckende Wirkung“ zu erzielen. Für Mord (auch Selbstjustiz) ist lebenslange Freiheitsstrafe vorgesehen, für den Totschlag (meinetwegen noch in einem minder schweren Fall) noch mindestens 1 Jahr Freiheitsstrafe. Wenn Abschreckung funktionieren würde, müssten dann nicht diejenigen, die die Selbstjustiz ankündigen, von den hohen Strafen davon abgeschreckt werden? Spätestens bei diesem Punkt müsste man sich doch fragen „wenn ich nicht abgeschreckt werde von hohen Strafen, warum sollte jemand anders dann abgeschreckt werden?“.

Ich weiß, bei den meisten der Kommentatoren wurde die Intelligenz mit der Gießkanne verteilt und sie werden es nicht verstehen, aber lustig ist es ja doch irgendwie.

Dazu übrigens noch eine spannende Frage zur Strafzumessung: Ist Selbstjustiz als strafmildernd oder strafschärfend anzusehen?

Auf dem ersten Blick würde man sagen „Ist doch klar, das muss strafmildern berücksichtigt werden, weil die Tat nachvollziehbar ist“. Tatsächlich kann man es so sehen (würde ich sogar auch tun).

Auf dem zweiten Blick muss man aber auch sagen: Aus generalpräventiver Sicht (Abschreckung anderer potentieller Täter und Stärkung der Allgemeinheit in das Vertrauen der Norm) müsste die Selbstjustiz starfschärfend wirken. Denn wenn Leute sagen „Ich würde es auch tun“ und man tatsächlich davon überzeugt ist, dass hohe Strafen abschreckend wirken (was ich nicht bin), müsste man hier eine Strafschärfung fordern. Zumindest aber um das Vertrauen der Allgemeinheit in die Norm (Du sollst nicht Töten, auch nicht aus Rache) zu stärken, müsste hier eine hohe Strafe folgen (dem würde ich sogar zustimmen).

Im Endeffekt ist es tatsächlich eine spannende und interessante Frage. Ich würde persönlich wirklich sagen, dass sich diese beiden Gedanken (strafmildernd da nachvollziehbar und strafschärfend um das Vertrauen der Allgemeinheit zu erfüllen) gegenseitig aufwiegen und es im Endeffekt weder strafmildernd noch strafschärfend zu berücksichtigen ist.

Die bösen bösen Adblocker

Fast keine Woche vergeht, wo über böse böse Adblocker berichtet wird. Hier weint eine Seite und dort weint eine Seite… Aktuell weint schreibt Jörg Langer, Chefredakteur von Gamers Global, über das Thema. Das Post steht stellvertretend für die vielen völlig schrägen Ansichten und die Selbstgefälligkeit die teilweise von den „Journalisten“ an den Tag gelegt werden.

Steil steigt er ein mit

Leider denken viele der GamersGobal-Benutzer und -Benutzerinnen bei „Werbung“ im besten Fall an gar nichts (sie sehen sie ja nicht, haha!), und im schlechtesten Fall an Dinge, die – im Interesse aller und allerinnen – hier nicht wiedergegeben werden sollen. Werbung, so die Überzeugung vieler User und Userinnen, ist des Teufels/der Teufelin, nein, viel schlimmer, sie ist gefährlich, weil sie Malware auf den Rechner spült, nein, noch viel schlimmer, weil sie Datenbandbreite kostet, nein, noch viel schlimmerererer, weil, weil, weil, … weil sie unkomfortabel ist! Weil sie nervt!

Ich frag mich hier: Was soll das? Abgesehen davon, dass ich mir nicht sicher bin, ob er tatsächlich aller ernsthaft gendert oder das Gendern ins lächerliche ziehen will (warum gendert er dann aber weiter?), ist sein Ansatz doch völlig falsch. Warum sollte der User sich rechtfertigen müssen, warum er incoming Traffic filtert? Es ist völlig egal warum ich Werbung blocke, denn es ist mein gutes Recht. Hier zeigt sich schon die falsche Denkweise. Der USER schuldet einem Webseitenbetreiber nicht das Betrachten von Werbung.

Vor allem: Selbst wenn es so wäre: Muss ich die Werbung dann auch anklicken? Darf ich in der (Werbe-)Halbzeit beim Fußball nicht mehr auf Klo, weil ich Werbung schauen muss? Kein Wegzappen wenn bei Pro7 Werbung kommt? Beim Spiegel die Anzeige schnell überblättern gemein?

Ja die Monetarisierung von Onlinemedien ist heute ein Problem. Aber wisst ihr was das eigentliche Problem ist? Online-„Journalismus“ ist heutzutage so scheiße, dass kein Mensch dafür tatsächlich Geld ausgeben würde. Und wisst ihr auch wer daran Schuld hat? Der scheiß Werbewahn. Die Krautreporter haben es ganz gut zusammengefasst: Online-Journalismus braucht heute viele Klicks… Alles geht um Klicks und Views. Darum werden Artikel, die stilistisch auf eine Seite gehören auf drei Seiten aufgeteilt. Es werden fürchterlich nervige Klickstrecken gebaut, damit bei jedem Klick neue Werbung aufgerufen werden kann. Qualität ist völlig irrelevant, man muss einfach nur immer der erste sein. Heute gibt es Live-Ticker von ALLEM und ÜBERALL. Selbst einigermaßen seriöse Medien verfallen Online auf Bild-Zeitungs-Niveau. Da werden bei Amokläufe absolut ungesicherte Informationen (die irgendwer getwittert hat) auf nen Live-Ticker von seriösen Medien verbreitet. Hallo? Was ist denn da noch die journalistische Arbeit, wenn man ungefiltert irgendwelche Tweets verbreitet? Bei SPON bestehen teilweise ganze Artikel nur noch aus Tweets. Dazu werden zu Themen nicht 1 oder 2 relevante Artikel geschrieben, nein es kommt jede Stunde ein neuer Artikel ohne neue Informationen. Der Sieg gegen Brasilien hat auf SPON zweistellige Anzahl an Artikeln bescherrt… Hallo? Was ist bitte nach Abpfiff so wichtiges passiert, dass man so viele Artikel braucht? Ach ne… man braucht einfach Klicks.

Aber weiter zur Kolumne. Er schreibt weiter:

Schließlich schaltete man ja den Adblocker aus einem Gefühl der gönnerhaften Freiwilligkeit aus, und erwartete, nun entsprechend sehr dezente Werbung zu sehen, sagen wir, eine 5 Punkt große Schrift in Grau auf weißem Grund. Werbung für sensible, gebildete Menschen mit Stil. Aber bitte nicht dort, wo man sie gleich wahrnehmen könnte, sondern, sagen wir, nach zweiminütigem Runterscrollen unten rechts. Dort, wo sicherlich jeder Werbetreibender Premiumsummen bezahlt, damit graue 5-Punkt-Schrift auf weißem Grund angezeigt wird.

Der erste Satz zeigt wunderbar die egoistische Einstellung. Das Geschäftsmodell besteht doch nicht nur aus Webseitenbetreibern, sondern auch aus Werbenden und den Usern. Der User der sich für Werbung nicht interessiert und sie ignoriert, ist für den Werbenden eh nicht interessant. Das Interessiert Langer aber gar nicht… Er möchte Werbung, die den User nicht interessiert, trotzdem ausliefern und dafür Geld erhalten. Warum eigentlich? DARÜBER müsste man mal nachdenken. Das Geld zahlt nicht der User (der die Texte liest), sondern der Werbende. Was genau leistet die Webseite denn, um ihre Werbung verdient zu haben? Gute Texte an den User? Aber der User zahlt doch gar nicht? Die Leistung die vom Werbenden gezahlt wird, ist nicht für den Content der Seite. Der Werbende zahlt für die Auslieferung der Werbung.

Vielleicht denke ich hier auch zu sehr als Jurist, aber die Argumentation ist schon extrem schräg.Person C verschenkt etwas an Person A, weil C sich von Person B einen Vorteil verspricht, weil Person B sich gleichzeitig einen Vorteil von Person A verspricht. Wenn Person A nun nicht den Vorteil an Person B leistet, beschwert sich C über A. Das ist bei Juristen ein klassischer Motivirrtum und „Pech“…

Genau an diesem Punkt enttarnt sich meist die absurde Argumentation der Webseitenbetreiber. Den Content den sie liefern ist für den User for free. Geld kriegen sie von den Werbenden und zwar für eine komplett andere Leistung. Vielleicht dazu eine Information aus den Print-Medien. Jeder hat sicher mal auf Dealz-Seiten gesehen, dass man Zeitschriften-Abos (dank Prämien) häufig für nahezu 0 Euro bekommt. Das heißt man zahlt 90 Euro und erhält 90 Euro Amazon Gutschein oder ähnliches für ein Abo. Hier geht es lediglich darum, dass die Auflage der Zeitschrift gesteigert wird, damit höhere Werbepreise verlangt werden können. Genauso wie bei dem künstlichen generieren von Klicks (um mehr Werbeaufrufe zu erzeugen), kann man hier darüber streiten, ob das überhaupt im Sinne des Werbenden ist. Möchte ich tatsächlich, dass meine Werbung auf ner Klickstrecke für wenige Sekunden angezeigt wird und auch noch als störend empfunden wird?

Langer scheint das völlig egal zu sein

Ich habe kein Verständnis mehr dafür, dass Website-Parasiten zwar gerne regelmäßig auf GamersGlobal kommen, hier vielleicht sogar registriert sind, aber mir dann erzählen wollen, ich (natürlich nur im übertragenen Sinne) sei Schuld, wenn sie den Adblocker nicht aus- oder nach kurzem Versuch einmal pro Jahr gleich wieder anmachen. 

Die Bezeichnung Website-Parasit ist interessant. Wenn das die Definition von Parasit von Langer ist, dann wären für ihn auch Bienen Parasiten, die keine Pollen mitnehmen oder nicht zur gleichen Blumengattung fliegen. Wenn man kostenlos Nektar anbietet und sich dadurch Vorteile eines Dritten (Werbenden) erhofft, dann kann man doch nicht von Parasitismus sprechen, wenn sich der User dazu nicht missbrauchen lässt.

Dann kommt Langer mit seinem BWL-Verständnis

Man muss kein Mathe- oder BWL-Genie sein (Gibt es das eigentlich: BWL-Genies? Ich frage ja nur!), um zu erkennen, dass das in der Kombination keine sonderlich zukunftsbejahende Entwicklung ist.

Er ist kein BWL-Genie, weil ansonsten wäre ihm die Idee gekommen, dass es für seine Webseite vielleicht einfach keine Zukunft gibt? Online-Journalismus ist in der Regel scheiße. Gaming-Webseiten sind von Foren mittlerweile völlig ersetzt worden. Heute braucht man nur noch NeoGAF und das war es auch.

Vielleicht funktioniert sein Konzept einfach nicht mehr, dass er seine Texte verschenkt und darauf hofft, dass er Geld mit der Werbung macht? Die großen Onlinemedien haben umgeschaltet. Bild.de bietet nun z.B. Bild PLUS an, quasi ein Premium-Dienst. Sollte Bild tatsächlich genügend interessant Artikel anbieten, werden die User auch dafür zahlen. Wenn man dagegen nur mittelklassige Artikel und Klickstrecken anbietet, dann darf man sich auch nicht wundern.

Ein Webseitenbetreiber hat doch kein RECHT darauf, dass seine (beschissene) Monetarisierung aufgeht… Es erinnert mich an nen Supermarkt, der mit Lockangeboten die Kunden in seinen Laden holt, weil er hofft, dass die dann auch andere Sachen bei ihm kaufen. Am Ausgang stellt er sich dann hin und schimpft „Du hast ja nur mein Lockangebot gekauft! So geht mein Konzept aber nicht auf!“… Hallo? Dann lass die Scheiße doch sein?

Am Ende seines Artikels kommt er tatsächlich zum wichtigen Punkt:

Nun habe ich mir für GamersGlobal.de, das erkenne ich immer mehr, eine besonders schwere Strategie ausgedacht vor fünf Jahren: Ich wollte auf Qualität setzen, nicht auf billigst abgeschriebene News oder Previews auf Grundlage zweier Screenshots oder Tests nach drei Stunden Spielzeit. Oder auf Babes-Umfragen und ähnliche Klickbringer. Doch die avisierte Zielgruppe älterer, anspruchsvoller, mitmachwilliger Spielefans ist nicht nur besonders schwer zu bedienen (lange, ausführliche Tests, eigene Screenshots) und zu pflegen (großes Diskussionsbedürfnis, Erwartung von Feedback und Auskunft) und besonders kritisch – sie ist auch überdurchschnittlich interneterfahren und setzt dadurch häufiger Anzeigen-tötende Maßnahmen ein, als das auf, sagen wir, die Besucher von Fickenmachtfreude.de zutrifft.

Leider denkt er dann nicht weiter. Was wäre die Konsequenz aus dieser Erkenntnis?

A: Ich schreibe eine Kolumne wie böse alle zu mir sind

B: Ich erkenne, dass mein Konzept nicht aufgeht und lass es sein

Für Langer war anscheinend A die richtige Antwort…

Schmunzeln musste ich übrigens hier:

 Denn, und damit zurück zu GamersGlobal.de, dieselbe Zielgruppe, die so schwer zu befriedigen ist, müsste doch eigentlich zumindest in ihrer Mehrheit die kognitiven Fähigkeiten haben, um einen kausalen Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und einer einfachen Wahrheit herzustellen: Wenn wir auf Dauer zuwenig Geld erwirtschaften, wird es GamersGlobal.de nicht noch einmal fünf Jahre geben.

Langer kann sich gar nicht vorstellen, dass die Leute die (behauptete) Kausalität erkennen, es ihnen aber scheißegal ist? Er kann sich anscheinend gar nicht vorstellen, dass Leute GamersGlobal konsumieren, es ihnen aber total egal ist ob sie dicht machen müssen oder nicht.  Dies zeigt dann auch der folgende Absatz:

„Ist mir doch egal!“, wird sich da mancher denken, und das auch prinzipiell zu Recht: GamersGlobal.de ist keine vom Aussterben bedrohte Tierart, kein Nationalheiligtum und auch sonst nichts, weswegen die Welt eine bessere wäre, solange die Site existiert. Mein Gott, wir schreiben über Spiele! Über ein Luxusgut, über das nachzudenken der größte Teil der Menschheit gar nicht den Luxus hat. Aber… es kommen dann doch erstaunlich viele Menschen, die den Luxus haben, hierher, um ihre Meinung kundzutun, man braucht sich ja nur die Kommentar-Zahl unter unseren Inhalten anzusehen. Und gerade weil ich weiß, wie schwer es ist, diese anspruchsvollen Menschen zufriedenzustellen, frage ich mich, wo diese vielen anderen anspruchsvollen Websites sein sollen, die einem das Gleiche bieten würden, gäbe es die unsrige nicht mehr.

Er glaubt, weil jemand die Seite besucht, hängt er tatsächlich an ihr… Würde er tatsächlich an ihr hängen, dann würde er nen monatliche Beitrag zahlen. Da GamersGlobal aber keine Paywall nutzt, geht man wohl davon aus, dass die eigene Webseite doch nicht so geil ist, dass die Leute monatlich zahlen würden. Das ist übrigens auch kulturell gar kein Problem… Dafür zahlen wir nämlich GEZ, damit wird auch Medien haben, die diesen Werbedruck nicht haben.

Am Ende dann noch eine Krönung höchster Arroganz

Als frohes Schlusswort an jene Geistesgrößen, die mir nun mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schreiben werden: „Ist doch nicht mein Problem, wenn euer Geschäftsmodell nicht funktioniert!“ – doch, ist es. Denn irgendwann ist GamersGlobal unter Umständen einfach weg, und dann müsst ihr euch in noch viel armseligere, noch ahnungslosere, noch firmengekauftere Umgebungen begeben, um euren Senf abzusondern

Oder es erscheint einfach eine qualitativhochwertige Webseite und die Leute zahlen dafür?

Zum Abschluss auch noch sehr interessant:

Das Problem an unserem Geschäftsmodell ist auch nicht, dass es nicht funktioniert und etwa einseitig auf Anzeigen baut, als gäbe es die Adblocker-Problematik nicht – wir haben längst diversifiziert, Anzeigen machen „nur“ gut 50% unserer Einnahmen aus. Das Problem ist, dass unser Geschäftsmodell darauf baut, dass sich die Nutzer unseres Geschäfts halbwegs fair verhalten. Und das heißt, für die, die die letzten 20 Absätze übersprungen haben: Abo abschließen oder Adblocker abschalten; plus die genannte Einschränkung weiter oben. Wenn zu viele das nicht tun, kommt das Geschäftsmodell ins Wanken.

Das Geschäftsmodell soll angeblich nicht nicht funktionieren, aber wenn es nicht so genutzt wird wie er es sich vorstellt kommt es ins Wanken. Ja klingt nach einem sehr funktionsfähigem Geschäftsmodell…

Eigentlich kann man es ganz kurz fassen: Irgendwann wird es für Webseiten nicht mehr möglich sein sich durch Werbung zu finanzieren (Das war vor 20 Jahren übrigens auch der Fall), der Ausweg sind alternativen Geschäftsmodelle. Vermutlich wird es irgendwann ne „Medienflat“ geben, in der sich die großen Verlagshäuser zusammentun und für ne monatliche Pauschale Zugriff auf ihre Inhalte erlauben. Dann wird man schreien „kleine Seiten wird es dann nicht mehr geben“… Tja das mag es sein… Es gibt auch keine kleinen Printzeitschriften mehr… oder kleine Stromunternehmen… Aber wisst ihr was? Die meisten kleinen Seiten sind scheiße und es würde keinen stören wenn sie verschwinden würden… Mancher kostenfreie (und werbefreie) Blog ist interessanter, als so manche semiprofessionelle Webseite.

Ein Skandal der keiner ist

Ich liebe ja solche Beispiele… Durch die Presse geht ein neuer Skandal (ala die verrückten Amis verbieten uns jeden Spaß [z.B. mit leeren Handys zu fliegen]).

Zum Beispiel:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/terror-angst-usa-verbieten-leere-handys-im-flugzeug-a-979555.html

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/06/fluege-in-die-usa-passagiere-muessen-handy-vor-boarding-aufladen/

https://www.nzz.ch/mehr/digital/verschaerfte-vorschriften-kein-strom-im-handy-keine-flug-in-die-usa-1.18337952

https://www.blick.ch/news/ausland/terror-angst-in-den-usa-fliegen-mit-leerem-handy-akku-bald-verboten-id2967084.html

https://www.format.at/articles/1427/931/376576/usa-handys-ipads-laptops-saft-flugverboot

https://www.abendblatt.de/politik/article129862092/USA-verbieten-bei-Direktfluegen-nicht-aufgeladene-Handys.html

Erst einmal sind die meisten Überschriften natürlich quatsch… Natürlich sind leere Handys nicht VERBOTEN (das würde bedeuten, dass man sie nicht mitnehmen darf). Auch müssen die Passagieren natürlich nicht das Handy vor dem boarding AUFLADEN. Lediglich wenn man kontrolliert wird, muss man auf Aufforderung das Gerät anschalten können. Wenn man aber nicht aufgefordert wird, darf man natürlich das leere Handy transportieren.

Aber was wichtiger ist: Das gilt seit es Laptops gibt und zwar auch außerhalb der USA Flüge. Ich frag mich ob Journalisten noch nie geflogen sind? Elektrogeräte wurden schon immer einzeln gescannt und wurden stichprobenartig auf ihre Funktionsfähigkeit getestet. Das heißt bei Laptops, Handys und Tablets wurde geschaut ob die Geräte angeschaltet werden können. Bei Fotoapparaten muss gegebenenfalls ein Foto geschossen werden (!!!Fotoapparate ohne Film sind demnach auch „verboten“!!!!)…

Davon, dass ein Laptop am Flughafen gegebenenfalls auf Funktionstüchtigkeit geprüft wird, wird hier zum Beispiel schon im November 2001 berichtet: https://www.powerforen.de/hardware/88323-notebook-flughafenkontrolle.html